Biberratte

Die Nutria (Biberratte), seltener Sumpfbiber, Schweifbiber, Schweifratte, Coypu oder Wasserratte genannt, ist eine aus Südamerika stammende und in Mitteleuropa eingebürgerte Nagetierart. Die Nutria erreicht eine Körperlänge von bis zu 65 cm und wiegt erwachsen zwischen acht und zehn Kilogramm. Der Schwanz hat eine Länge von etwa 30 bis 45 cm.

Die Biberratte kommt in allen Gewässerformen, also sowohl Salz- als auch Süßwasser, vor. Sie bevorzugt jedoch offene Landschaften und meidet geschlossene Wälder. Des Weiteren mögen Nutriae die Nähe zu Städten, weil sie dort ein günstiges Klima vorfinden und von den Menschen gefüttert werden.

Nutriae ernähren sich fast ausschließlich von Pflanzen, manchmal aber auch von Muscheln, Käfern und Fischen. Sie fressen ein Viertel ihres Körpergewichts am Tag. Zudem nehmen sie ihre Nahrung in mehreren kleinen Mahlzeiten, anstatt einer großen, zu sich.

Der Bestand in Eurasien ist auf ab dem 18. Jahrhundert aus Pelztierfarmen entflohene Tiere, wie auch auf bewusste Auswilderungen zurückzuführen. Insbesondere nach dem Zusammenbruch des Pelzmarktes im 20. Jahrhundert entkamen zahlreiche Tiere und konnten sich aufgrund einer nicht mehr stattfindenden Bejagung stark vermehren. Nutriafelle sind vor allem wegen ihrer dichten und äußerst feinen Unterwolle begehrt.

Nutriae verursachen aber auch erhebliche Schäden vor allem in der Landwirtschaft und dem Wasserbau, weil sie hier keine natürlichen Feinde haben und sich so unkontrolliert vermehren: So werden Biberratten für Schäden an Deichen und Dämmen verantwortlich gemacht. Positiv ist, dass sie die Bisamratte, die erheblichere Schäden verursacht, vertreibt.

Die Biberratte wird mit 3-15 Monaten, abhängig von den Lebensbedingungen, geschlechtsreif. Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, dass das Tier ausgewachsen ist. Weibliche Exemplare werden in der Regel früher geschlechtsreif als männliche. Nutria pflanzen sich das ganze Jahr über fort, wobei klimatische Schwerpunkte zu beobachten sind, an denen sich die Nutria öfter fortpflanzen. Abhängig vom Alter und den Umweltbedingungen schwankt die Zahl der Jungen zwischen 1 und 9. Bei dem ersten Wurf trägt das Weibchen noch nicht so viele Junge aus, wie bei späteren Würfen. Nutria haben eine Lebenserwartung von über 10 Jahren.

Meistens sind die Tiere, insbesondere in Parkanlagen, an den Besuch von Spaziergängern gewöhnt und lassen sich ohne viel Scheu mit Gemüse füttern.

1974 - 1984                             1989-1996
Nutria-Nachweise in Deutschland


Quellen: